Das Erlenbacher Dorfmuseum

 

Dorfmuseeum-Schild

Josef Roßmann hat in jahrelanger Arbeit eine ständige Ausstellung dörflicher Alltags- und Arbeitsgeräte zusammengestellt.

Die Ausstellung umfasst landwirtschaftliche Geräte, Haushaltsgeräte, ein Schulzimmer, eine Schusterei, eine Schmiedewerkstatt, eine historische Pferdekutsche und vieles mehr.

Dorfmuseum Film

Ein Rundgang mit dem Gründer
und Prinzipal des Dorfmuseums
Josef Roßmann ist hier zu sehen.
(von Johannes Martin)

Weitere Informationen und Öffnungszeiten erhalten Sie bei der Gemeindeverwaltung Erlenbach 
oder bei
Josef Roßmann, Tel.: 09391 - 32 55

Dorfmuseum2Was im ersten Moment ein wenig chaotisch erscheint, erweist sich auf den zweiten Blick als eine liebevoll und mit viel Sachverstand zusammengetragene Sammlung der Zeitgeschichte aus Erlenbach und Umgebung der vergangenen 200 Jahre.
Die Erklärung ist ebenso einfach wie logisch. »Es ist einfach zu wenig Platz da«, sagt Josef Roßmann, der das Dorfmuseum in Erlenbach leitet und pflegt. »In einer Scheune stehen noch weitere Wagen und beim Pfarrer sind auch noch Sachen eingelagert«, erklärt Roßmann, als er eine um 200 Jahre alte Pferdekutsche aus der Halle zieht. »Sie ist sozusagen unser Markenzeichen«, erklärt Roßmann. Das Baujahr kann er nur schätzen: »Der Pfarrer wurde damit früher nach Tiefenthal gefahren, als er selber Pferde hatte, fuhr er auch selbst«, so Roßmann. »Die Überlieferung weiß, dass auch einmal ein Geistlicher damit im Graben gelandet ist«, so Roßmann weiter. In zwei kleinen Nebenräumen befinden sich eine 100 Jahre alte Weinkelter, ein großer Leiterwagen und Feuerwehrzubehör. Nebenan ist ein altes Schlachthaus, dass noch heute benutzt wird. Auch Getreide wird ab und an noch gedroschen. Das Haupthaus selbst erstreckt sich über das Erdgeschoss und zwei weitere Etagen. »Zwei Stunden Zeit« empfiehlt Josef Roßmann für einen ausführlichen Museumsbesuch. So viel Zeit braucht der Besucher allein deshalb, weil Museumschef Rossmann beinahe zu allen Ausstellungsstücken eine Geschichte weiß.
Dorfmuseum3Eine Nähmaschine, die die Firma Merkert 1877 nach Altfeld verkauft hatte, lässt sich so beispielsweise genau datieren. Neben der originalen Bedienungsanleitung ist auch die echte Rechnung noch vorhanden. 30 Mark musste der Käufer seinerzeit auf den Tisch des Hauses legen.
Ebenfalls aus Altfeld stammt eine komplette Schusterwerkstatt. Vom Stiefel über das komplette Werkzeug, Nägel, einiges original verpacktes Zubehör bis hin zur Nähmaschine, die noch funktioniert, ist alles originalgetreu aufgebaut.
Immer wieder überrascht Roßmann bei seinen Erklärungen mit Kleinigkeiten des Alltags. So demonstriert er an einem alten Küchenofen wie mittels Feder damals gekehrt wurde. »Einen Handfeger gab es noch nicht.« »Frauen staunen auch über meine Bügeleisen«, zeigt Roßmann mehrere Stücke, die im Prinzip nur aus einem Stück Eisen und Holz bestehen.

Münzen, Knöpfe, Trachten

Es gibt beinahe nichts, was es nicht gibt. Von kleinen Teilen wie Münzen über Knöpfe, alte Gesang- und Liederbücher bis hin zu Trachten, Musikinstrumenten und unzählige Werkzeuge der Handwerker von einst ist alles vorhanden. Im ersten Stock ist ein komplettes Schulzimmer von früher eingeräumt. Samt den dazu gehörenden Unterrichtsmitteln und einem Harmonium. »Von dem hab ich noch eins«, weiß Roßmann sofort.« In dem Klassenzimmer dürfen Schüler am Ende einer Führung versuchen, mit Tinte und Feder zu schreiben.
Dorfmuseum1Am Museumstag wird noch weitaus mehr zu sehen sein, als das reine Dorfmuseum. Vor dem Museum wird ein Zelt errichtet mit weiteren Ausstellungsstücken.
Eine Puppenausstellung von Inge Hofmann im Galeriestübchen bei Paul Diener vervollständigt den Museumstag wie eine Schau alter Traktoren und eine Ausstellung zum Thema 350 Jahre Silvaner. Am Museumstag finden stündlich Führungen durch den Museumsleiter statt. Im Hof werden Äpfel und Trauben zu Saft gekeltert. Mitglieder des Heimat- und Verschönerungsvereines bieten Kaffee und selbst gebackenen Kuchen an.
(Text: Steffen Schreck, main-netz.de)

 

 Dorfmuseum4

INFOS zum Dorfmuseum Erlenbach
Das Dorfmuseum Erlenbach in seiner jetzigen Form wurde 2001 eröffnet. Zuvor hatte Josef Roßmann zu Hause und in einer Scheune Exponate gesammelt. Alle Ausstellungsstücke  sind Eigentum des Museums. Im Museum selbst hat Roßmann auch Treppen und Böden im ehemaligen Bullenstall selbst eingebaut.
Das Museum hat keine festen Öffnungszeiten, nach Absprache (Tel. 0 93 91/ 32 55) können Termine vereinbart werden. Gerne führt Roßmann Schulklassen durch die Räume. Das Schreiben mit Tinte und echten Federkielen ist eine von vielen Attraktionen für Schüler.
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.